Wu Quanyou (1834–1902), der bei Yang Luchan (1799-1872) gelernt hatte, gilt als Stilbegründer des Wu Stils. Sein Sohn und Großvater von Meister Ma Jiangbao, Wu Jianquan (1870‑1942), der im frühen 20. Jahrhundert die langsame Wu-Stil-Form entwickelt hatte, war derjenige, der den Wu‑Stil stark geprägt und in China zuerst in Peking und später in Shanghai verbreitet hat. Die Tradition wurde über Wu Jianquans Tochter Wu Yinghua (1907-1996) und ihren Ehemann Ma Yueliang (1901-1998), welcher seinerseits lange Zeit persönlicher Assistent und Tudi, also persönlicher Meisterschüler, von Wu Jianquan war, weitergeführt. Deren gemeinsamer Sohn Ma Jiangbao (1941-2016) hatte von seinen Eltern den Auftrag das Wissen der Wu-Ma-Familie in Düsseldorf, Venlo und Rotterdam in der 4ten Generation weiterzugeben. In dieser Wu-Ma-Familientradition war Jürgen Meyer langjähriger, authentischer Schüler von Ma Jiangbao und hat bei ihm über 20 Jahre praktiziert. Im Jahr 2008 wurde er von Meister Ma als Tudi in der Familientradition aufgenommen.
Heute führt Jürgen Meyer selbst als Sifu mit eigenen Tudis die Taijiquan-Wu-Ma-Tradition fort. Das heißt er übernimmt Unterrichtsverantwortung, Bewahrung der Tradition und die Weitergabe der Formen, Anwendungen und die 14 Dreharten des Tui Shou. Als Anerkennung an unseren Sigong Meister Ma Jiangbao und der Wu-Ma Familie erlernen seine Schüler und Schülerinnen den Wu-Ma-Stil nach Sifu Jürgen Meyer.
Im Wu-Ma-Stil unterscheidet man beim Unterrichten drei Kategorien: die Studenten und Studentinnen, die Schüler und Schülerinnen und die Tudis – also die ältere Schwester – Sije- und den älteren Bruder – Sihing (Vgl. Die Übermittlung des des traditionellen Wu-Ma-Stil Taijiquan, Sifu Jürgen Meyer, 2025).
„Studenten sind Einsteiger, die vielleicht auch noch andere Stilrichtungen betreiben. Sie wollen häufig einfach ihren Horizont erweitern und zusätzlich etwas Qigong oder Taijiquan erlernen.
Nachdem man viele Jahre bei einem traditionellen Lehrer gelernt und das Gefühl hat, dass man hier wirklich richtig ist, wird man Schüler und ist bestrebt, das Gelernte entschlossen und mit Ausdauer und Genauigkeit regelmäßig zu praktizieren. Schüler haben die Möglichkeit eine Ausbildung zu absolvieren. Eine Ausbildung gliedert sich in die nachstehenden Stufen:
Kursleiter/in Qi Gong: Diese Kursleiter/innen sind befähigt die Qi Gongs aus dem ersten Teil der langsamen Gesundheitsform zu unterrichten
Kursleiter/in Unterstufe 1: Diese Kursleiter/innen sind befähigt sowohl den ersten Teil der langsamen Gesundheitsform, als auch die dazugehörigen Qi Gongs zu unterrichten. Sie düfen auch in die erste Drehart des Tui Shou und in das Taiji Boxen einführen.
Kursleiter/in Unterstufe 2: Diese Kursleiter/innen sind befähigt sowohl den zweiten Teil der langsamen Gesundheitsform, als auch die dazugehörigen Qi Gongs zu unterrichten. Sie dürfen zusätzlich erste Anwendungen (An und Lü in drei Stufen) anleiten.
Kursleiter/in Mittelstufe 1: Diese Kursleiter/innen sind befähigt sowohl den dritten Teil der langsamen Gesundheitsform, als auch die dazugehörigen Qi Gongs zu unterrichten.
Kursleiter/in Mittelstufe 2: Diese Kursleiter/innen sind befähigt sowohl den vierten Teil der langsamen Gesundheitsform, als auch die dazugehörigen Qi Gongs zu unterrichten.
Kursleiter/in Oberstufe 1: Diese Kursleiter/innen sind befähigt sowohl den fünften Teil der langsamen Gesundheitsform, als auch die dazugehörigen Qi Gongs zu unterrichten.
Kursleiter/in Oberstufe 2: Diese Kursleiter/innen sind befähigt sowohl den sechsten Teil der langsamen Gesundheitsform, als auch die dazugehörigen Qi Gongs zu unterrichten.
Lehrer/in Grad 1: Diese Lehrer/innen sind befähigt sowohl alle sechs Teile der langsamen Gesundheitsform, als auch die dazugehörigen Qi Gongs zu unterrichten. Des Weiteren sind sie befähigt die Säbelkurzform Teil 1 und 2 zu unterrichten. Des Weiteren dürfen Sie Grundlagen des Tui Shou und Grundlagen Taiji Boxbewegungen lehren.
Lehrer/in Grad 2: Diese Lehrer/innen sind zusätzlich befähigt die lange Säbelform zu unterrichten.
Voraussetzung für den nachstehenden Lehrergrad ist es Tudianwärter/in zu sein.
Lehrer/in Grad 3: Diese Lehrer/innen sind zusätzlich befähigt die Stockform und die Lanzenform zu unterrichten.
Voraussetzung für die nachstehenden Lehrergrade ist es Tudi zu sein.
Lehrer/in Grad 4: Diese Lehrer/innen sind zusätzlich befähigt die schnelle Form Teil 1-3 zu unterrichten. Des Weiteren dürfen Sie Dreharten 1-9 des Wu-Stil Tui Shou unterrichten. Diese Lehrer/innen werden zudem Ausbilderanwärter/innen.
Lehrer/in Grad 5: Diese Lehrer/innen sind zusätzlich befähigt die schnelle Form Teil 4-6 zu unterrichten. Des Weiteren dürfen Sie Dreharten 1-14 des Wu-Stil Tui Shou und die Taijiquan Schritttechnik unterrichten.
Leher/in Grad 6: Diese Lehrer/innen sind zusätzlich befähigt die Schwertform zu unterrichten.
Ausbilder/in: wird nachgeliefert
Zudem kann der Sifu für spezielle Situationen Sondergenehmigungen erteilen. So kann zum Beispiel ein Unterstufe 1 Kursleiter unter seiner Aufsicht auch den zweiten Teil unterrichten. Es ist wichtig zu verstehen, dass das Ausnahmegenehmigungen sind, die allein der Sifu erteilen kann. Besteht Zweifel an der Sondergnehmigung kann und sollte siese beim Sifu erfragt werden. Die aktuellen Kursleiter/innen, Lehrer/innen, Anwärter/innen und Tudis findet Ihr hier.
Als Tudi, persönlicher Schüler des Lehrers, ist man mit der Tradition des Wu-Ma-Familienstils und dem Sifu sehr verbunden. Nun ist man bereit, im Sinne der Tradition dieses umfangreiche Wissen tiefgründig zu erlernen, damit es dann an andere weitergegeben werden kann (Zitat ebd.). Der Tudi ist der Weg zum Sifu, mit ihm wird die Essenz der Tradition bewahrt, und an die kommende Generation vermittelt (Vgl. ebd.). Nur sie erhalten die komplette Übertragung des Wissensschatz der Wu-Ma-Familie. In unserer Tradition gibt es zwei Möglichkeiten Sifu zu werden. Entweder man wird von seinem Sifu als Sifu ernannt oder, falls dieser bereits verstorben ist, wenn man selbst Tudi war und seine eigenen Schüler so weit geführt hat, dass sie zum Tudi ernannt werden.
Bevor man jedoch Tudi wird bittet man seinen Sifu darum Tudianwärter/Tudianwärterin zu werden. Alternativ ersucht der Sifu seinen Schüler oder seine Schülerin Tudianwärter/Tudianwärterin zu werden. Beides ist möglich und es ist wichtig, dass beide dem zustimmen. Hat man durch beiderseitiges Einvernehmen den Rang eines Tudianwärters/einer Tudianwärterin erreicht, prüft der Sifu seinen Anwärter/seine Anwärterin, ob diese/r alle Voraussetzungen erfüllt. Ebenso prüft auch der Anwärter/die Anwärterin, ob seine/ihre Entscheidung seinem/ihrem Herzensweg entspricht. Während dieser Zeit nimmt der Tudianwärter/dieTudianwärterin an speziellen Trainings teil, die der Sifu speziell für Tudis und Tudianwärter/Tudianwärterinnen abhält, teil. Sowohl den Tudis als auch den Tudianwärtern/Tudianwärterinnen ist es ab dann möglich in Gruppentrainings, Kleingruppentrainings oder Einzeltrainings vom Sifu zu erhalten.
