Das Lehrsystem im Wu‑Ma-Stil

Wu Quanyou (1834–1902) gilt als Stilbegründer des Wu Stils. Sein Sohn, Wu Jianquan (1870‑1942), war derjenige, der den Wu‑Stil stark geprägt und verbreitet hat. Die Tradition wurde über Wu Jianquans Tochter Wu Yinghua und ihren Ehemann Ma Yueliang, welcher seinerseits Tudi von Wu Jianquan war, weitergeführt. Deren gemeinsamer Sohn Ma Jiangbao übermittelte das Wissen der Wu-Ma-Familie an die Europäer. In dieser Lehrer-Linie war Jürgen Meyer langjähriger Schüler von Ma Jiangbao und hat unter ihm über 20 Jahre praktiziert. Im Jahr 2008 wurde er von Ma Jiangbao als Tudi anerkannt. Heute führt er selbst als Sifu die Tradition weiter. Das heißt, er übernimmt Unterrichtsverantwortung, Bewahrung der Tradition und die Weitergabe der Formen, Anwendungen und die 14 Dreharten des Tui Shou. Als Anerkennung an unseren Sigong Meister Ma erlernen seine Schüler und Schülerinnen fortan den Wu-Ma-Stil unter Sifu Jürgen Meyer.

Im Wu-Ma-Stil unterscheidet man beim Unterrichten drei Kategorien: die Studenten und Studentinnen, die Schüler und Schülerinnen und die Tudis (Vgl. Die Übermittlung des des traditionellen Wu-Ma-Stil Taijiquan, Sifu Jürgen Meyer, 2025).

Studenten sind Einsteiger, die vielleicht auch noch andere Stilrichtungen betreiben. Sie wollen häufig einfach ihren Horizont erweitern und zusätzlich etwas Qigong oder Taijiquan erlernen.

Nachdem man viele Jahre bei einem traditionellen Lehrer gelernt und das Gefühl hat, dass man hier wirklich richtig ist, wird man Schüler und ist bestrebt, das Gelernte entschlossen und mit Ausdauer und Genauigkeit regelmäßig zu praktizieren. Schüler haben die Möglichkeit eine Ausbildung zu absolvieren. Eine Ausbildung gliedert sich in die nachstehenden Stufen:

Kursleiter/in Qi Gong: Diese Kursleiter/innen sind befähigt die Qi Gongs aus dem ersten Teil der langsamen Gesundheitsform zu unterrichten

Kursleiter/in Unterstufe 1: Diese Kursleiter/innen sind befähigt sowohl den ersten Teil der langsamen Gesundheitsform, als auch die dazugehörigen Qi Gongs zu unterrichten. Sie düfen auch in die erste Drehart des Tui Shou und in das Taiji Boxen einführen.

Kursleiter/in Unterstufe 2: Diese Kursleiter/innen sind befähigt sowohl den zweiten Teil der langsamen Gesundheitsform, als auch die dazugehörigen Qi Gongs zu unterrichten. Sie dürfen zusätzlich erste Anwendungen (An und Lü in drei Stufen) anleiten.

Kursleiter/in Mittelstufe 1: Diese Kursleiter/innen sind befähigt sowohl den dritten Teil der langsamen Gesundheitsform, als auch die dazugehörigen Qi Gongs zu unterrichten.

Kursleiter/in Mittelstufe 2: Diese Kursleiter/innen sind befähigt sowohl den vierten Teil der langsamen Gesundheitsform, als auch die dazugehörigen Qi Gongs zu unterrichten.

Kursleiter/in Oberstufe 1: Diese Kursleiter/innen sind befähigt sowohl den fünften Teil der langsamen Gesundheitsform, als auch die dazugehörigen Qi Gongs zu unterrichten.

Kursleiter/in Oberstufe 2: Diese Kursleiter/innen sind befähigt sowohl den sechsten Teil der langsamen Gesundheitsform, als auch die dazugehörigen Qi Gongs zu unterrichten.

Lehrer/in Stufe 1: Diese Lehrer/innen sind befähigt sowohl alle sechs Teile der langsamen Gesundheitsform, als auch die dazugehörigen Qi Gongs zu unterrichten. Des Weiteren sind sie befähigt die Säbelkurzform Teil 1 und 2 zu unterrichten.

Lehrer/in Stufe 2: wird nachgeliefert

Lehrer/in Stufe 3: wird nachgeliefert

Lehrer/in Stufe 4: wird nachgeliefert

Ausbilder/in: wird nachgeliefert

Zudem kann der Sifu für spezielle Situationen Sondergenehmigungen erteilen. So kann zum Beispiel ein Unterstufe 1 Kursleiter unter seiner Aufsicht auch den zweiten Teil unterrichten. Es ist wichtig zu verstehen, dass das Ausnahmegenehmigungen sind, die allein der Sifu erteilen kann. Besteht Zweifel an der Sondergnehmigung kann und sollte siese beim Sifu erfragt werden. Die aktuellen Kursleiter/innen, Lehrer/innen, Anwärter/innen und Tudis findet Ihr hier.

Als Tudi, persönlicher Schüler des Lehrers, ist man mit der Tradition des Familienstils und dem Lehrer sehr verbunden. Nun ist man bereit, im Sinne der Tradition dieses umfangreiche Wissen tiefgründig zu erlernen, damit es dann an andere weitergegeben werden kann (Zitat ebd.). Der Tudi ist der Weg zum Sifu, mit ihm wird die Essenz der Tradition bewahrt, und an die kommende Generation vermittelt (Vgl. ebd.). Nur sie erhalten die koplette Übertragung des Wissenschatz der Wu-Ma-Familie.

Bevor man jedoch Tudi wird bittet man seinen Sifu darum Tudianwärter/Tudianwärterin zu werden. Alternativ ersucht der Sifu seinen Schüler oder seine Schülerin Tudianwärter/Tudianwärterin zu werden. Beides ist möglich und es ist obligatorisch, dass beide dem zustimmen. Hat man durch beiderseitiges Einvernehmen den Rang eines Tudianwärters/einer Tudianwärterin erreicht, prüft der Sifu seinen Anwärter/seine Anwärterin, ob diese/r alle Voraussetzungen erfüllt. Ebenso prüft auch der Anwärter/die Anwärterin, ob seine/ihre Entscheidung seinem/ihrem Herzensweg entspricht. Während dieser Zeit nimmt der Tudianwärter/dieTudianwärterin an speziellen Trainings teil, die der Sifu speziell für Tudis und Tudianwärter/Tudianwärterinnen abhält, teil. Sowohl den Tudis als auch den Tudianwärtern/Tudianwärterinnen ist es ab dann möglich in Gruppentrainings, Kleingruppentrainings oder Einzeltrainings vom Sifu zu erhalten.